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Kinder schreiben für Kinder
Fällt aus dem Rahmen
Plastikwelt
von Jule (11 Jahre) - Sa 26.11.2011
Ein Tag in meinem Leben vor 1000 Jahren
von Jule (12 Jahre) - Sa 01.10.2011
Der Schrei eines Hahnes durchschneidet die morgendliche Stille. Sofort wache ich auf. Das Stroh unter mir kratzt. Wie gerne würde ich trotzdem noch liegen bleiben, aber das geht nicht, denn es ist viel zu tun. Ich schlüpfe in meinenKittel aus grobem Leinen. Meine Eltern sind auch schon wach.
"Heute müssen wir das Korn einholen. Es soll gutes Wetter werden für die nächsten Tage", sagt mein Vater, der Herr des Hauses, zu seinem Bruder. Die Frau meines Onkels ist vor einiger Zeit gestorben an der Geburt ihres zweiten Sohnens. So ist seine Familie zu uns gekommen.
Während Mutter meine jüngste Schwester stillt, helfe ich ihr beim Weben. Gestern haben wir den Faden gesponnen. Nur karges Tageslicht fällt auf unserer Hände. Mein Bruder hustet. Er ist schon lange krank. Niemand weiß, ob und wann es vorbei gehen wird. Vielleicht überlebt er diese Krankheit gar nicht. weiterlesen ...
Der Schrei eines Hahnes durchschneidet die morgendliche Stille. Sofort wache ich auf. Das Stroh unter mir kratzt. Wie gerne würde ich trotzdem noch liegen bleiben, aber das geht nicht, denn es ist viel zu tun. Ich schlüpfe in meinenKittel aus grobem Leinen. Meine Eltern sind auch schon wach.
"Heute müssen wir das Korn einholen. Es soll gutes Wetter werden für die nächsten Tage", sagt mein Vater, der Herr des Hauses, zu seinem Bruder. Die Frau meines Onkels ist vor einiger Zeit gestorben an der Geburt ihres zweiten Sohnens. So ist seine Familie zu uns gekommen.
Während Mutter meine jüngste Schwester stillt, helfe ich ihr beim Weben. Gestern haben wir den Faden gesponnen. Nur karges Tageslicht fällt auf unserer Hände. Mein Bruder hustet. Er ist schon lange krank. Niemand weiß, ob und wann es vorbei gehen wird. Vielleicht überlebt er diese Krankheit gar nicht.
Nun ist der Stoff fertig. "Morgen werden wir daraus ein Hemd nähen!" sagt Mutter.
Zusamen mit der Magd bereiten wird das Essen zu. Die Männer kommen vom Feld zurück. Wir essen die sparsame Mahlzeit, bestehend aus Kohl und Getreidebrei. Dann geht es wieder an die Arbeit. Meine Geschwister und ich sollen Feuerholz sammeln gehen. Denn bald kommt der Winter und dann findet man kaum noch trockenes Holz.
An einem Busch leuchten rote Beeren. Wir pflücken uns einige und stopfen sie gierig in den Mund. Am Nachmittag haben wir schon einen Haufen Feuerholz zusammen. Die Magd und meine Mutter haben das Essen gekocht. Es gibt die Reste von Gestern und heute Morgen.
Ich gehe zu den Kühen, um sie zu melken. Wir haben zwei Kühe. Die warme Milch rinnt über meine Hände und fließt in den Bottich. Ich beobachte, wie die Sonne langsam hinter den Baumwipfeln untergeht. Im Halbdunkeln laufe ich ins Haus, den Bottich dicht an mich gepresst, damit keiner der wertvollen Milchtropfen heraus schwappt. Mein Vater beugt sich zufrieden über den Milchtopf.
Der Onkel und dessen Sohn liegen schon auf ihrem Strohsack.
Mutter spricht mit uns das Abendgebet. Dann ziehe ich meinen Kittel aus und lege mich auf einen Strohsack. Ich freue mich schon auf den Schlaf ...
Anne zieht sich an
von Anna-Lena (9 Jahre) - Mo 09.05.2011
Dieses tolle Spiel hat uns Anna-Lena gezeichnet und mit ihrer großen Schwester programmiert. Super, herzlichen Dank!
Wöchentliche Vorkommnisse Teil 1 + 2
von Wilma (14 Jahre) - So 08.05.2011
Wöchentliche Vorkommnisse Teil 1
Ich bin eine Teenagerin nicht mehr und nicht weniger. Tatschächlich aber hasse ich dieses Wort. Teenagerin. Dann lieber Jugendliche. Aber Teenie! In diesem Namen liegt zu viel Verspottung. 'Oh, diese Person ist über 12 Jahre alt, demnach ist sie störrisch, langsam, dumm, unsensiblel etc. Ich gehe dieser Person lieber aus dem Weg.' so ist das halt. Ich, als anonyme Frontfrau der Gruppe anonymer Lebens(un-)Lustiger besteh darauf, dass das Volk darüber aufgeklärt wird, was in unseren Köpfen ist. (Denn,ja, wir haben auch ein Herz, ein Hirn!)
Ganz wichtig: Ich werde versuchen, peinliches Gebrabbel und unpassende Dinge auszulassen. Denn, all ihr genervten unter 12- Jaehrigen da draussen, es wird spannend werden. Ich verspreche es euch.
Wöchentliche Vorkommnisse Teil 2 - Schminke -
Laura weiterlesen ...
Wöchentliche Vorkommnisse Teil 1
Ich bin eine Teenagerin nicht mehr und nicht weniger. Tatschächlich aber hasse ich dieses Wort. Teenagerin. Dann lieber Jugendliche. Aber Teenie! In diesem Namen liegt zu viel Verspottung. 'Oh, diese Person ist über 12 Jahre alt, demnach ist sie störrisch, langsam, dumm, unsensiblel etc. Ich gehe dieser Person lieber aus dem Weg.' so ist das halt. Ich, als anonyme Frontfrau der Gruppe anonymer Lebens(un-)Lustiger besteh darauf, dass das Volk darüber aufgeklärt wird, was in unseren Köpfen ist. (Denn,ja, wir haben auch ein Herz, ein Hirn!)
Ganz wichtig: Ich werde versuchen, peinliches Gebrabbel und unpassende Dinge auszulassen. Denn, all ihr genervten unter 12- Jaehrigen da draussen, es wird spannend werden. Ich verspreche es euch.
Wöchentliche Vorkommnisse Teil 2 - Schminke -
Laura
Es ist 6:42 im Hause Thalmann. Ein sanftes Knallen der Tür zeigt an, dass Laura das Badezimmer betreten hat, nach morgendlichem Aus dem Bett -Gequäle.
Unsicher guckt sich sich in einem Gewirrr von Tuben und Döschen um. Soll sie etwa? Etwas Farbe kann ja nicht schaden, oder? Puder fliegt und Deckel werden hastig auf und zugeschraubt. Danach einen Blick in den Spiegel. 'Ich sehe scheusslich aus' sagte sie sich. Eine Träne mischt sich in Mascara, Puder, und Gloss. Mechanisch greift die Hand zum Waschlappen. Das Wasser streift dass falsche Gesicht nämlich ab. Langsam schreiter die normale Laura jetzt die Treppe runter. Alles okay ? fragt die Mutter. Laura nickt. Innerlich will sie schreien.
Viele Menschen fühlen sich hässlich. Nehme Du dir diese Woche, die aufgabe, deinen Mitmenschen zu sagen, wie wunderschön sie alle sind. Ganz auf ihre Weise.
Ausschnitt aus: 'Lou und die Mall-Turbulenz'
von Wilma (13 Jahre) - Di 02.11.2010
Lou sah sich um. Die ganze Nebenhalle füllte sich langsam mit dem großen, vanille-creme-farbenen Vögeln, die so schmerzhaft an den guten alten Zahnberger Zoo erinnerten und die doch noch keinen Namen trugen. Zögernd wanderte Lou hinüber zu dem Podest mit dem Mikrofon, das komischerweise schon wieder ihren Namen zeigte, dieses Mal war es ein daumengroßes Schild mit der Aufschrift 'Rede.'
Empört blickte sich Lou um und hatte augenblicklich das Bedürfnis, ins Mikrofon zu schreien oder einfach anfangen zu weinen. Doch wie (nicht) erwartet, tat sie nichts dergleichen. Lou nahm erst einen tiefen Schluck aus dem Wasserglas, das auf dem Podest stand ( und ebenfalls ihren Namen anzeigte) und sang aus vollem Halse.
Von Claire und von Silja, von Sahra und von allen, die es nicht geschafft hatten. Einer nach dem Anderen, Stück für Stück, stimmten die stillen Vögel mit ein.
Pudding Wackel: Spannender Auszug! Gibt es auch einen Anfang und eine Fortsetzung der Geschichte?
Hier ist nun der zweite Teil: weiterlesen ...
Lou sah sich um. Die ganze Nebenhalle füllte sich langsam mit dem großen, vanille-creme-farbenen Vögeln, die so schmerzhaft an den guten alten Zahnberger Zoo erinnerten und die doch noch keinen Namen trugen. Zögernd wanderte Lou hinüber zu dem Podest mit dem Mikrofon, das komischerweise schon wieder ihren Namen zeigte, dieses Mal war es ein daumengroßes Schild mit der Aufschrift 'Rede.'
Empört blickte sich Lou um und hatte augenblicklich das Bedürfnis, ins Mikrofon zu schreien oder einfach anfangen zu weinen. Doch wie (nicht) erwartet, tat sie nichts dergleichen. Lou nahm erst einen tiefen Schluck aus dem Wasserglas, das auf dem Podest stand ( und ebenfalls ihren Namen anzeigte) und sang aus vollem Halse.
Von Claire und von Silja, von Sahra und von allen, die es nicht geschafft hatten. Einer nach dem Anderen, Stück für Stück, stimmten die stillen Vögel mit ein.
Pudding Wackel: Spannender Auszug! Gibt es auch einen Anfang und eine Fortsetzung der Geschichte?
Hier ist nun der zweite Teil:
Teil 2: Lou und die Mall-Turbulenz
Dann Stille. Das Lied war zu Ende. Der große Klumpen in Lous Hals schrumpfte merklich, doch jetzt zitterten ihr die Knie. Jedoch nahm sie noch einmal alle Kraft zusammen und bellte ins Mikrofon: "Könnt ihr mir helfen?"
Wer jetzt erwartet hat, dass die Vögel Lou hier rausbringen und es jetzt schon ein Happy End gibt, der hat sich geirrt. Im Gegenteil. So schnell sie gekommen waren, verliesen die Vögel jetzt wieder die Nebenhalle durch einen nicht vorhandenen Ein-/ Ausgang , genauer gesagt, durch die große, mit nicht-geometrischen Sternen bemalten Kuppel. Lou schlug sich gegen die Stirn. Was hätte sie denn auch anderes erwarten sollen?
Doch da erst bemerkte Lou den Vogel, der anscheinend zurück gelassen war. Ein paar dumpfe hellblaue Augen starrten sie jetzt an. Da merkte sie, was daran nicht stimmte. Der Vogel trug eine rote Fliege um seinen Hals. Lou hatte grade mal Zeit, ein treffendes 'Uff!' aus sich heraus zu lassen, bevor der gigantische Vogel gradewegs auf sie zufliegen und sie mithilfe seiner Krallen in die Luft heben konnte.
Elisabeth
von Satine (17 Jahre) - Sa 31.05.2008
"Du hast mir in den letzten Sitzungen erzählt, dass du jemanden siehst?"
Das Mädchen rührte sich nicht.
"Einen Mann, der dich begleitet?"
Das Mädchen starrte ins Leere. Der Mann mit dem besorgten Gesicht rieb sich die Augen und sah wieder auf sein Blatt voll von Notizen. Er überlegte.
"Kannst du dich daran erinnern?"
Das Mädchen rührte sich nicht.
Das bringt doch nichts mehr, dachte er, wir kommen seit Tagen nicht mehr weiter. Er betrachtete seine schwungvolle Schrift auf dem Blatt, seufzte und fing noch mal an.
"Der Mann, von dem du mir erzähltest, ist er hier?"
Keine Reaktion. weiterlesen ...
"Du hast mir in den letzten Sitzungen erzählt, dass du jemanden siehst?"
Das Mädchen rührte sich nicht.
"Einen Mann, der dich begleitet?"
Das Mädchen starrte ins Leere. Der Mann mit dem besorgten Gesicht rieb sich die Augen und sah wieder auf sein Blatt voll von Notizen. Er überlegte.
"Kannst du dich daran erinnern?"
Das Mädchen rührte sich nicht.
Das bringt doch nichts mehr, dachte er, wir kommen seit Tagen nicht mehr weiter. Er betrachtete seine schwungvolle Schrift auf dem Blatt, seufzte und fing noch mal an.
"Der Mann, von dem du mir erzähltest, ist er hier?"
Keine Reaktion.
Er schüttelte den Kopf. Vor ein paar Sitzungen hatte er für dieses Mädchen noch Hoffnung gehabt. Viele waren an ihr gescheitert, doch die Eltern gaben nicht auf und reich wie sie waren, konnten sie sich das auch leisten. Und dann, vor ein paar Sitzungen hatte er ein paar Worte aus ihr herausbekommen.
"Er ist hier. Gerade jetzt. Er ist hier."
Er hatte seine Chance gewittert und weiter nachgehakt. "Der Mann. Der Mann mit den dunklen Augen."
Danach war sie stumm geblieben. Und das heiße Gefühl der Hoffnung auf eine Verbindung zum stummen Mädchen, erlosch.
"Ja." Er schreckte aus seinen Gedanken auf und starrte sie an. Ihr Blick war immer noch in die Leere gerichtet. Ja. Er war also hier? Eine große Nervosität packte ihn. Er durfte sie nicht noch mal verlieren.
"Er ist also hier in diesem Raum."
Keine Reaktion.
"Wo genau ist er?"
Lange Zeit blieb es still, dann "Genau hier.", wisperte das Mädchen. Sie drehte den Kopf und ihre großen Augen sahen ihn plötzlich direkt an. Ihm wurde heiß. "Neben mir?"
Er wagte den Blick nicht zu senken. "Er ist neben dir?"
Das Mädchen starrte ihn an.
"Was tut er?"
Lange keine Reaktion. Nur der Blick. Er versuchte nicht auf seinem Platz hin und her zu rutschen. "Er beugt sich zu mir." Die großen dunklen Augen füllten sich mit Tränen. "Er spricht zu mir."
"Was sagt er?"
Eine lange Pause. Er dachte schon, er hätte sie wieder verloren, bis - "Elisabeth", sang sie. "Elisabeth."
Sein Körper verkrampfte sich. "Er singt deinen Namen?" Sie starrte in unentwegt an. "Was fühlst du, wenn du ihn hörst?"
Es entstand wiederum eine lange Pause.
"Nichts, nichts. Gar nichts.", sang sie.
Er legte langsam sein Klemmbrett zur Seite. "Ist er auch da, wenn du allein bist. Wenn du in deinem Zimmer bist. Ist es er, mit dem du redest?"
Sie starrte ihn erschrocken an. Eine dicke Träne rollte über ihre blasse Wange. Nicht so schnell, dachte er, und holte tief Luft.
"Spricht er zu dir, wenn du allein bist?"
Nach einer Weile nickte sie.
Er versuchte seine Nervosität nicht zu zeigen. "Was antwortest du ihm?"
Es dauerte lange, bis sie antwortete, und wieder waren es gesungene Worte.
"Ich will nicht gehorsam, gezähmt und gezogen sein. Ich will nicht bescheiden, beliebt und betrogen sein. Ich bin nicht das Eigentum von dir, denn ich, gehör nur mir."
Er starrte sie an. Sein Blick verschwamm.
"Nennt er Gründe, wieso er dich nicht verlässt?"
Sie nickte. Nach einer Weile schüttelte sie den Kopf. "Du darfst sie nicht nennen?"
Sie nickte zögernd.
Ein Gefühl sagte ihm abzuwarten.
"Er liebt mich." Sie drehte ihren Kopf weg und starrte wieder an die Wand. Er wusste, dass das alles war, was sie noch sagen würde. Was sie je sagen würde. Er holte die zwei Pfleger, die sie wieder in ihre Zelle zurück brachten. Allein im Raum besah er sich noch mal seine Notizen. Er schmiss sie in die Ecke und rieb sich die Augen. "Elisabeth." Er schüttelte verzweifelt den Kopf.
Der kleine Knuff
von knuffi knuff knuff (5 Jahre) - So 24.02.2008
Ich bin ein kleiner süßer Knuff. Ich bin so süß wie eine Million Packungen Zucker und Schokoeis auf einmal ... und noch viel viel mehr süß als das! Genau!
Der letzte Schritt
von Lea (11 Jahre) - Do 01.03.2007
Und sie tat noch einen Schritt in die kalte Leere.
Die Dunkelheit umschlang sie, fesselte sie, drückte sie an sich.
Ein Schritt.
Weiter. Weiter.
Sie fror immer mehr, mit jedem Schritt, mit jedem ahnungslosen Schritt. Wie kalte Hände zog es sie weiter in die Dunkelheit, in das tiefe Schwarz.
Ein Schritt. Noch ein Schritt.
Sie spürte den Boden nicht mehr. Nur den kühlen Wind der ein letztes Mal durch ihr Haar streifte. Nur noch ein Schritt.
Abend
von Ricarda (13 Jahre) - So 15.10.2006
Ein kalter Wind wehte vom Meer herüber, aber die Sonne tauchte den Strand und das Meer in warmes Licht.
Rot, Abend.
Und ich saß da.
Saß einfach da und wartete.
Sah die Sonne, groß und rot am Himmel, darunter das Meer, das friedlich dort lag und glitzerte.
Und plötzlich wünschte ich mir, ich würde sterben. Das Leben war einfach zu schön, um wahr zu sein.
Nacht
von Lea (10 Jahre) - Sa 05.08.2006
Der warme Wind von eintausend und einer Sommernacht zieht durch die gepflasterte Gasse, die sich eng und schwach beleuchtet um eine Kurve zieht. Im sanften Lichte des Mondes, kaum ausreichend, erkennt man die Umrisse einer Person, die schwach, mit angsterfüllten Augen auf dem Boden sitzt. Es ist ein kleiner Mädchen. Tränen kullern die zarten Wangen hinunter und tropfen auf das Kleid. Es beginnt zu regnen. Die Pflastersteine, über die tagsüber noch barocke Kutschen gefahren sind, glänzen nun nass im Mondenschein. Das Mädchen weint noch mehr, während es sich, um trocken zu bleiben, in einem Kneipeneingang setzt. weiterlesen ...
Der warme Wind von eintausend und einer Sommernacht zieht durch die gepflasterte Gasse, die sich eng und schwach beleuchtet um eine Kurve zieht. Im sanften Lichte des Mondes, kaum ausreichend, erkennt man die Umrisse einer Person, die schwach, mit angsterfüllten Augen auf dem Boden sitzt. Es ist ein kleiner Mädchen. Tränen kullern die zarten Wangen hinunter und tropfen auf das Kleid. Es beginnt zu regnen. Die Pflastersteine, über die tagsüber noch barocke Kutschen gefahren sind, glänzen nun nass im Mondenschein. Das Mädchen weint noch mehr, während es sich, um trocken zu bleiben, in einem Kneipeneingang setzt. Das Prasseln des nieseligen Sommerregens und die tiefe Dunkelheit, lässt die Welt noch grausamer erscheinen, gibt einem das Gefühl von Verlassenheit. Das Kind schluchzt. Von drinnen dringt helles Gelächter, fröhliche Tanzmusik und ein warmer Lichtstrahl. Sie schließt die Augen. Jemand öffnet die Tür hinter ihr, sagt: 'Na nu, wer ist denn die junge Lady hier?' Aber die Nacht, hat alles verschlungen.
Der winzige Winzling
von Ricarda (12 Jahre) - Di 03.05.2005
Es war ein kleiner Mann.
Nein falsch, er war noch kleiner.
Er passte nicht in einen Fingerhut, dort wäre er verloren gegangen.
Däumelinchen ist ein riesiger Riese gegen ihn, denn er ist ein winziger Winzling.
Oder vielleicht noch ein bisschen winziger.
Ich weiß es nicht, ich habe ihn nie gesehen.
Er ist viel zu klein.
Der riesige Riese
von Ricarda (12 Jahre) - Di 03.05.2005
So und jetzt erzähl ich von einem Riesen.
Er war sooooo groß (und noch viel größer).
Ich glaube, er konnte mit den Planeten jonglieren. Aber ich glaube, das tat er nicht.
Er trainierte seine Augen und machte sich eine Brille.
Eine rieeeeesen Brille, (die glaube ich noch viel größer war), damit er auch seinen besten Freund sehen konnte, den winzligen Winzling.
Aber das ist eine andere Geschichte ...
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