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Abenteuer mit der Flupppuppe

Vorwärts

Prolog

Betrüger-Schorschi stürzte in die Tiefe des Sturmauges, und sein gesamtes Leben zog in Sekundenschnelle rückwärts an ihm vorbei.

Er flog noch einmal mit der Flupppuppe über das Blaue Gebirge und warf einen begehrlichen Blick auf die kristallin schimmernden Blautöne unter sich, auf das farbenprächtige Spiel des Abendlichts am Horizont und die allmählich länger werdenden Schatten.

Er trat wieder in die Küche seiner Tante Pim und bekam von ihr den Auftrag, dem jungen Hubel zu helfen, der im Blauen Gebirge in der Stadt der Kinder gefangen gehalten wurde.

Noch einmal flog er in dem Ballonkorb, der an den langen Beinen der wunderbaren, einzigartigen, torso- und kopflosen Flupppuppe befestigt war, in das Küchenfenster der Familie Pop zurück und kochte der Flupppuppe eine delikate Suppe.

Betrüger-Schorschi fiel, und während er innerhalb des Wind-Strudels spiralförmig immer weiter nach unten gezogen wurde, sah er sich wieder mit der kranken Tochter der Pops vor dem Radio sitzen und gebannt der Radiosendung mit der fliegenden Flupppuppe lauschen.

Immer schneller zogen die Bilder nun an seinem inneren Auge vorbei. Ein Schnelldurchlauf des Prozesses, den er wegen Betrugs gehabt und der ihn schließlich seine Zulassung als Arzt gekostet hatte. Ein kurzer Blick auf sich, als er mit gefälschtem Examen zum Arzt ernannt wurde. Eine Millisekunde für je ein Bild als ungeliebter Neffe neben seiner Tante Pim, als geputzter Junge neben seinem Vater, als dickes Baby in den Armen seiner Mutter.

Und endlich, in einer letzten Millisekunde, war Betrüger-Schorschi wieder im Hier und Jetzt. Er sah den Turm aus Wind und Sturm in und um sich und spürte die ungeheure Kraft, die den Ballonkorb und ihn unwiderruflich in die Tiefe riss. Seine Angst bildete sich zu einem Schrei und formte das einzige Wort, das ihm in dieser Situation einfiel: „Fluuupppuuuuppeeeee!“

Dann war er nur noch derjenige, der er war:

Ein Mensch, der fiel.