Lauren Child

* 1967 in Malborough, Großbritannien


Leben


Lauren Child
© Carlsen Verlag

Lauren Child wurde im Jahr 1967 in England geboren und wuchs in der Grafschaft Wiltshire auf. Nach einer zweijährigen künstlerischen Ausbildung reiste sie erst einmal um die Welt. Danach arbeitete sie als Schaufensterdekorateurin, war unter anderem Assitentin von Damien Hirst, einem international sehr berühmten, englischen Künstler und entwarf Lampenschirme. Auf Anregung eines Verlegers, begann sie ein Bilderbuch zu machen: Clarice Bean, That’s me (1999).
Das Buch hatte großen Erfolg und Clarice Bean gehört heute zu einer der bekanntesten Figuren von Lauren Child.
2002 schrieb Child um die Figur Clarice Bean einen ersten Kinderbuch-Roman: Utterly Me, Clarice Bean (Durch und durch Clarice Bean, 2004).
Zu Childs bekanntesten Bilderbüchern gehört außerdem I Will Not Ever Never Eat a Tomato – Charlie and Lola, das zwei Jahre später 2002 auf deutsch unter dem Titel Nein! Tomaten ess’ ich nicht! erschien. Für dieses Buch erhielt sie 2002 die Kate-Greenaway-Medaille.
Inzwischen ist Child eine der erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen Englands und ist auch in Deutschland sehr beliebt. Ihre Bücher sind in zahlreiche Sprachen übersetzt worden und sie hat viele Auszeichnungen und Preise erhalten. Außerdem sind zwei der von ihr entworfenen Figuren, das Geschwisterpaar Charlie und Lola, im britischen Fernsehen als animierte Serie zu sehen, die auch im deutschen Fernsehen innerhalb der Sendung mit der Maus gezeigt werden.
Lauren Child lebt in London.

Werk und Stil

Lauren Childs erstes Kinderbuch hieß auf deutsch Durch und durch Clarice Bean. Die Hauptfigur Clarice Bean eroberte mit ihren direkten, frechen und witzigen Beschreibungen ihres Alltags schnell viele Kinder. Clarice Bean Tuesday, wie sie mit vollem Namen heißt, ist eine lebenslustige Tagträumerin, die gleichzeitig über einen sehr charmanten Dickschädel verfügt. Während ihr eigenes Leben abgesehen von den nervigen Geschwistern und Lehrern in der Schule relativ alltäglich ist, erlebt Ruby Redfort, Titelheldin einer trivialen Detektivgeschichte und momentanem Lieblingsbuch von Clarice, äußerst spannende Dinge. Als in Clarices Schule der Pokal des Buchwettbewerbs verschwindet, kann Clarice endlich zeigen, was sie von Ruby Redfort gelernt hat und damit sogar ihre kritische Deutschlehrerin überzeugen.
Ebenso wie Clarice Bean gibt es weitere Charaktere von Lauren Child, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Die Geschwister Charlie und Lola beispielsweise, deren Geschichten es als Cartoons ins Britische Fernsehen geschafft haben. Die Geschichten um Charlie und Lola kreisen um die alltäglichen Problem zwischen Geschwistern und stellen sie zugleich witzig und einfühlsam dar.
Der siebenjährige Charlie hat es mit seiner fast fünf jährigen Schwester Lola nicht leicht. Sie macht seine selbstgemachten Spielzeuge kaputt, bläst seine Geburtstagskerzen aus, und wenn er auf sie aufpassen muss, hat sie ganz andere Dinge im Kopf, als auf ihren Bruder zu hören. Aber ein größerer Bruder zu sein, kann auch schön sein. Zum Beispiel dann, wenn sich Lola sehr über ihn freut, weil er am ersten Schultag das "apselut" allerbeste Foto von ihr gemacht hat.
Die Figur von Lola basiert übrigens auf einem kleinen Mädchen, das Lauren Child in einem Zug in Dänemark kennen gelernt hat.

Childs Illustrationsstil ist eine Mischung aus Collage und Zeichnungen. Ihre gemalten Bilder schneidet sie aus, ordnet sie auf den Bildern an und klebt sie auf. Hier hat sie auch die Möglichkeit, die kopierten oder fotografierten Muster von Stoffen für Kleidung und Verzierungen von Gegenständen wie Lampenschirmen zu verwenden und ebenfalls einzufügen.
Ihre Figuren bestehen aus wenigen Strichen und Formen. Die Striche, mit denen Lauren Child malt, sind breit und ungenau. Die farbigen Flächen, die von den Strichen umrandet werden, sind häufig nicht genau ausgefüllt, sondern gehen über die Umrandungen der groben Striche hinaus.
Trotzdem zeigen die Gesichtsausdrücke und Körperhaltungen ganz genau, was in den Figuren vor sich geht. Selbst dann, wenn es sich hierbei nicht um einen Menschen, sondern um einen Pudel handelt. In Wer möchte schon ein Pudel sein? geht es um einen kleinen Schoßhund, der von seiner Besitzerin so sehr verwöhnt und umsorgt wird, dass es schon an Tierquälerei grenzt. Der Pudel wäre lieber wild und gefährlich und sehnt sich danach, mit den anderen Hunden im Matsch herumzutollen.
Hin und wieder zeigt Child übrigens auch nur Ausschnitte einer Szene, so dass der Leser den fehlenden Rest in der eigenen Vorstellungskraft ergänzen muss. So werden die Betrachter in ihre Bilder mit einbezogen und tragen zur lebendigen Gestaltung bei.
Insgesamt wirken Childs Illustrationen ein wenig wie chaotisch zusammen gepuzzelt. Obwohl sie kunstvoll in genauer Planung angefertigt worden sind. Dadurch entstehen ausgefallene Werke, die sehr ausdrucksstark, lebendig und direkt sind. Außerdem wird auf den Bildern der Eindruck erweckt, dass die Figuren und Gegenstände beweglich sind.
Die lockere Art ihrer Bildkompositionen findet sich auch in den Dialogen und der Darstellung der Schrift wieder. Die Schrift nutzt Child ähnlich vielfältig wie ihre Collagen. Die Art, Größe und Gestaltung der Schrift entspricht der Darstellung bestimmter Personentypen und Situationen. In Durch und durch Clarice Bean wird die Schrift zum Beispiel größer und dicker, wenn jemand lauter wird oder etwas sehr Wichtiges gesagt wird. In Wer möchte schon ein Pudel sein? bilden die Buchstaben und Sätze Schleifen, die wie eine Art Weg funktionieren, der den Leser zu den Figuren und den wesentlichen Schauplätzen führt. Dabei ist der Leser gezwungen, den Kopf zu drehen, um den Text lesen zu können. Auch die Schrift wirkt wie ausgeschnitten und wieder auf das Bild geklebt. Wörter befinden sich beispielweise auf Sessellehnen, in Bildern, stellen Regalbrett dar oder sitzen auf Fernsehbildschirmen.
Überhaupt sind Dialoge sehr wichtig in Childs Arbeiten. So besteht der Text von vielen Charlie und Lola-Büchern hauptsächlich aus den Dialogen der beiden Geschwister.

Inhaltlich handeln viele Bücher von Lauren Child von Figuren, die mit Beschränkungen umgehen müssen, die ihnen von der Welt der Erwachsenen auferlegt werden. Die Kinder in Childs Büchern sind häufig genauso individuell und wild wie Childs Malstil. So wird die Erfahrungswelt der Kinder durch ihre lebendigen Darstellungen in ihren Geschichten gut wiedergegeben.

 

Auszeichnungen (Auswahl)

2002 Kate Greenway Medal (höchste Auszeichnung für britisches Kinderbuch)
2002 Nestlé Smarties Book Prize
2006 Kinderbuchpreis der Jungen Leser

Titelauswahl

Nein! Tomaten Ess ich nicht! - I Will Not Ever Never Eat a Tomato – Charlie and Lola / Child, Lauren (Text); Child, Lauren (Illu.) - Carlsen Verlag 2002. Buchvorstellungen: ()
Durch und durch Clarice Bean - Utterly Me, Clarice Bean / Child, Lauren (Text); Child, Lauren (Illu.) - Carlsen Verlag 2004. Buchvorstellungen: (3)
Die Prinzessin auf der Erbse / Andersen, Hans Christian (Text); Child, Lauren (Illu.) - Carlsen Verlag 2006. Buchvorstellungen: ()
Wer möchte schon ein Pudel sein? / Child, Lauren (Text); Child, Lauren (Illu.) - Carlsen Verlag 2010. Buchvorstellungen: ()

http://www.milkmonitor.com/ (englisch)
http://www.charlieandlola.com/ (englisch)
http://www.bbcgermany.de/GERMANY/dokumentationen/genre5/sendung_436.php